Wachset ein Turm hoch über dem Land
darauf wird ein ewiges Feuer gebrannt.
In Winter und Sturm und in langer Nacht
ist es als leuchtendes Zeichen gedacht
Für jene welche im Dunkel wandern,
für die ohne Ziel und für alle die andern,
die von Meistern geführt die ihrerseits blind
und schwankend wie Halme im Winde sind.
Welche plündernd und raffend all jenes vermehren
was als äusseren Schein sie zwingend begehren
und also gehüllt in das Königsgewand
knechten das Volk mit Lug und mit Tand.
Ohne Hoffnung, von Schmerzen und Sorge geplagt,
wartend darauf daß der Morgen tagt.
Tränenden Herzens in Fesseln geschlagen
stumm harrend einst kommenden besseren Tagen
Damit nicht die Heilige Flamme erlöscht
wacht hinter den Zinnen ein sonder Geschlecht.
Seit uralten Zeiten mit Heiliger Macht
hat es das Knistern der Flammen bewacht
Hat es genähret mit Kloben und Scheiten
damit es erstrahlt in unendliche Weiten.
Hat es genähret mit Scheiten und Kloben
von heißen, stiebenden Funken umstoben.
Damit nicht das Heilige Licht mag erkalten
sie über das Schicksal der Flamme walten
trotzend der Herrschaft des Ungeheuers.
Die Hüter des Feuers.
Und legt sich die Starre über eisiges Land
wird das Feuer besonders kräftig gebrannt
und sein Strahlen und Funkeln kündet der Welt
daß die Herrschaft des Dunkels nun endlich fällt.
Und zuweilen steigt von der Spitze des Turmes
ein Fackelträger in das Reich des Wurmes
um den Heiligen Funken zu entzünden,
den wir alle im Herzen tief in uns finden.
Und wenn der Erwachte das Flämmlein schürt
ein Licht in ihm leuchtet, das Wahrheit gebiert.
Und so jene in sich das Feuer verstehen,
muß das Gewürm und die Blindheit vergehen.
Durch Regen und Sturm und durch Winter und Nacht
halten die Hüter des Feuers die Wacht.
Und leuchtet im Dunkel der Flamme Licht,
die Hüter des Feuers aber sehet Ihr nicht.
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